ArtVortrag
TitelEinfluss von pCO2 auf die zerebrale Oxygenierung bei stabilen Früh- und Reifgeborenen 15 Minuten nach Geburt
TopicNeonatologie
Einleitung

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein zentraler Trigger der Atmung und beeinflusst die zerebrale Autoregulation und den zerebralen Blutfluss (CBF). Ein Anstieg des Kohlenstoffdioxidpartialdrucks (pCO2) bewirkt eine zerebrale Vasodilatation, wodurch es zu einer Zunahme des zerebralen Blutflusses kommt, wohingegen eine Abnahme des pCO2 zu einer Reduktion des CBF führt.
Das Ziel der Studie war die Evaluierung von Korrelationen zwischen pCO2 und der zerebralen Sauerstoffsättigung (crSO2), und zerebraler Gewebssauerstoffextraktion (cFTOE, cTOE), gemessen mit Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) sowie eine Korrelation mit Routine-Monitoringparametern bei stabilen Früh- und Reifgeborenen 15 Minuten nach Geburt.

Patient/en und Methoden

Sekundäre Outcome-Parameter prospektiver Beobachtungsstudien, die zwischen 2009 und 2018 an der Abteilung für Neonatologie Graz durchgeführt wurden, wurden analysiert. Inkludiert wurden Früh- und Reifgeborenen ohne Atemunterstützung, bei denen eine NIRS-Messung mit dem INVOS 5100C Monitor innerhalb der ersten 15 Minuten durchgeführt wurde. Weiters wurden nur Neugeborene mit einer kapillären Blutgasanalyse zwischen Lebensminute 14 und 18 inkludiert. CrSO2, gemessen mit NIRS, dient der Berechnung von cFTOE und cTOE: cFTOE = (SpO2-crSO2)/SpO2; cTOE = SpO2-crSO2.

Ergebnisse

Elf Frühgeborene mit einem medianen (IQR) Gestationsalter von 34,8 (32,7; 36,1) Wochen wurden analysiert. pCO2 war 54,6(49,0; 57,9)mmHg. 15 Minuten nach Geburt war das mediane crSO2 bei 82,6 (74,3; 91,3)%, cFTOE bei 0,13 (0,06; 0,24), die Herzfrequenz (HF) bei 152 (136; 167) Schlägen pro Minute und die arterielle Sauerstoffsättigung bei 97,4 (95,2; 99,6)%. pCO2 korrelierte signifikant negativ mit crSO2 und positiv mit cFTOE und cTOE. Weiters konnte ein Trend Richtung positiver Korrelation zwischen pCO2 und HF und mittleren arteriellen Blutdruck (MABP) und Richtung negativer Korrelation mit SpO2 beobachtet werden.
84 Reifgeborene mit einem Gestationsalter von 39,0 (38,5; 38,9) Wochen wurden analysiert. pCO2 betrug 53,5 (51,7; 55,2)mmHg. crSO2 betrug 84,4 (80,8; 85,1)%, cFTOE 0,13 (0,12; 0,16), HF 155 (153; 163) Schläge pro Minute und SpO2 96,9 (95,8; 97,2)%. pCO2 korrelierte mit keinem untersuchten Parameter.

Schlussfolgerung/Diskussion

Bei Frühgeborenen zeigten sich höhere pCO2 Werte mit niedrigeren crSO2 und dazu passenden höheren cFTOE/cTOE-Werten. Wohingegen bei Reifgeborenen keine Korrelation von pCO2 mit der zerebralen Gewebsoxygenierung nachgewiesen werden konnte.

review
Erstautor*in ist unter 35 Jahre alt
Autor*in 1Christina Helene Wolfsberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz
Autor*in 2Marlies Bruckner Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz
Autor*in 3Bernhard Schwaberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz
Autor*in 4Lukas Mileder Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz
Autor*in 5Berndt Urlesberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz
Autor*in 6Gerhard Pichler Klinische Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz