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TitelKapilläre Blutgasanalyse bei reifen Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt nach unkomplizierter Adaptationsphase
TopicNeonatologie
Einleitung

Blutgasanalysen (BGA) von Kapillarblut ermöglichen eine rasche point-of care Bestimmung von Blutgasen, Säuren-Basen-Haushalt und weiteren klinisch relevanten Werte, z.B. Elektrolyte und Laktat. Weiters liefern sie wichtige Informationen, insbesondere bei kranken Früh - und Reifgeborenen. Besonders bei Störungen in der Adaptationsphase können Blutgasanalysen hilfreich zur Einschätzung des Neugeborenen sein, wobei die Kenntnis von Normalwerten die Vorrausetzung für eine klinische Anwendung ist. Bisher gibt es jedoch noch keine Daten von Blutgasanalysen von Neugeborenen unmittelbar nach einer unkomplizierten Adaptation. Ziel dieser Studie war es, bei Neugeborenen mit unkomplizierter Adaptation unmittelbar nach der Geburt Normwerte der kapillären Blutgasanalyse zu ermitteln.

Patient/en und Methoden

Dies ist eine post-hoc-Analyse von sekundären Outcome-Parametern aus prospektiven Beobachtungsstudien. Inkludiert wurden reife Neugeborene mit Adaptation ohne Atemunterstützung und/oder Verabreichung von Medikamenten in den ersten 15 Minuten nach Kaiserschnittentbindung, bei denen innerhalb von 20 Minuten nach Geburt eine kapilläre Blutgasanalyse im Rahmen der Studien oder auf Anordnung des versorgenden Arztes durchgeführt wurde. Es wurden folgende Blutgasanalysedaten erhoben und deskriptiv analysiert: pH, pCO2, Hämatokrit, Laktat, Base Excess und Bikarbonat.

Ergebnisse

Es wurden insgesamt 132 reife Neugeborene eingeschlossen. Der mittlere Blutabnahmezeitpunkt betrug 16 Minuten nach der Geburt. Die Daten der Blutgasanalysesind in Tabelle 1 dargestellt.

Schlussfolgerung/Diskussion

Dies ist die erste Veröffentlichung von Blutgaswerten unmittelbar nach der Geburt von reifen Neugeborenen nach unkomplizierter Adaptation. Die Ergebnisse dieser Datenauswertung können als Normalwerte einer kapillären Blutabnahme etwa 15-20 Minuten nach der Geburt angesehen werden. Abweichungen von diesen Werten müssen als potenziell pathologisch interpretiert werden und sollten zu einer Reevaluierung des Neugeborenen führen.

review
Autor*in 1Nariae Baik-Schneditz Neonatologie/Medizinische Universität Graz
Autor*in 2Bernhard Schwaberger Neonatologie/Medizinische Universität Graz
Autor*in 3Berndt Urlesberger Neonatologie/Medizinische Universität Graz
Autor*in 4Christina Wolfsberger Neonatologie/Medizinische Universität Graz
Autor*in 5Marlies Bruckner Neonatologie/Medizinische Universität Graz
Autor*in 6Christian Mattersberger Neonatologie/Medizinische Universität Graz
Autor*in 7Gerhard Pichler Neonatologie/Medizinische Universität Graz