ArtVortrag
TitelBeeinflusst die Verwendung eines HEPA-Filters die Qualität der nicht-invasiven Beatmung von Neugeborenen? Eine randomisierte crossover-Früh- und Neugeborenensimulationsstudie
TopicNeonatologie
Einleitung

Das European Resuscitation Council empfiehlt im Falle einer fraglich oder nachweislich an COVID-19 erkrankten Mutter einen Virusfilter zwischen T-Stück-Beatmungssystem/Beatmungsbeutel und Gesichtsmaske bei der postnatalen Erstversorgung bzw. Reanimation des Neugeborenen in Erwägung zu ziehen [1]. Ein solcher Filter könnte durch den vermehrten Totraum oder zunehmende Größe und Gewicht des Beatmungssystems zu einer größeren Leckage bei der Maskenbeatmung führen. Wir planen daher zu untersuchen, ob es durch die Nutzung eines high-efficiency particulate air (HEPA) – Filter einen Unterschied in der Qualität und Ergonomie während der Beatmung an einem Früh- und Reifgeborenensimulator mittels T-Stück-Beatmungssystem gibt.

Patient/en und Methoden

Zur Beantwortung der Studienfrage wird eine randomisierte crossover-Simulationsstudie (Ethikkommissionsnummer 33-178 ex 20/21) an der Klinischen Abteilung für Neonatologie, Medizinische Universität Graz, durchgeführt werden. Die Teilnehmer*innen werden nach schriftlicher Zustimmung in zufälliger Reihenfolge (computer-basierte Randomisierung) ohne und mit HEPA-Filter jeweils für eine Minute einen leckfreien Früh- und Reifgeborenensimulator beatmen. T-Stück-Beatmungssystem und Simulatoren werden dabei zur Messung der Beatmungsparameter mit einem Atemfunktionsmonitor für Trainingszwecke (Standardized Measurement of Airway Resuscitation Training, GM Instruments Ltd., Irvine, Großbritannien) verbunden sein. Erhoben werden Maskenleckage (primäre Outcome-Größe), substantielle Maskenleckage >75%, Beatmungsfrequenz, Tidalvolumen, inspiratorischer Spitzendruck, mittlerer Atemwegsdruck und positiv-endexspiratorischer Druck. Zudem werden die Teilnehmer*innen einen Fragebogen zur Anwenderfreundlichkeit und Ergonomie der nicht-invasiven Beatmung mit und ohne HEPA-Filter beantworten.

Ergebnisse

Fünfzig ärztliche und pflegerische Mitarbeiter*innen sollen an der Studie im Zeitraum von Mai bis Juni 2021 teilnehmen.

Schlussfolgerung/Diskussion

Diese Studie soll klären, ob die derzeit empfohlene Praxis der Verwendung von HEPA-Filtern im Falle einer möglichen oder nachgewiesenen maternalen COVID-19-Infektion für respiratorisch insuffiziente Früh- und Reifgeborene die Qualität der Maskenbeatmung beeinflusst.

Literatur:
1. Nolan JP et al. European Resuscitation Council COVID-19 guidelines executive summary. Resuscitation 2020;153:45-55.

review
Autor*in 1Lukas Mileder Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz
Autor*in 2Marlies Bruckner Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz
Autor*in 3Bernhard Schwaberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz
Autor*in 4Christina Wolfsberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz
Autor*in 5Georg Schmölzer Centre for the Studies of Asphyxia and Resuscitation, Royal Alexandra Hospital, Edmonton, Alberta, Kanada