ArtVortrag
TitelPeriphere arterielle Katheter bei extremen Frühgeborenen an einem österreichischen Tertiärzentrum
TopicNeonatologie
Einleitung

Neben Nabelarterienkathetern (NAK) sind periphere arterielle Katheter (pAK) eine Alternative für arterielle Gefäßzugänge bei Neugeborenen. Obwohl diese häufig angewendet werden, gibt es bisher kaum Daten über die Verweildauer, Lokalisationen, Grund der Entfernung, Komplikationen im Zusammenhang mit pAK und die Häufigkeit der Anwendung, insbesondere bei extremen Frühgeborenen.

Patient/en und Methoden

Retrospektive Datenanalyse der elektronischen Patientendokumentation aller Frühgeborenen mit einem Gestationsalter <28 Schwangerschaftswochen, die am Univ. Klinikum Graz zwischen Jänner 2014 und Dezember 2020 geboren wurden.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 196 Frühgeborene mit einem medianen (IQR) Gestationsalter von 25,7 (24,6-26,6) Wochen und einem Geburtsgewicht von 730 (614-898) Gramm eingeschlossen. Bei 155 (79%) dieser Neugeborenen wurden in Summe 286 pAK (und 6 NAK) erfolgreich während des Aufenthalts an der neonatologischen Intensivstation etabliert.
Der erste pAK wurde nach einer medianen (IQR) Zeit von 2,5 (1,4-7,4) Std. nach Geburt etabliert und die Verweildauer war 57,5 (22,5-107,2) Std. Die Lokalisationen des pAK waren die Arteria radialis (63%), A. tibialis posterior (21%), A. ulnaris (6%), A. dorsalis pedis (6%), andere (1%) bzw. nicht dokumentiert (3%). Weder Gestationsalter oder Geburtsgewicht noch Lokalisation korrelierten mit der Verweildauer des pAK.
Die Gründe für die Entfernung des pAK waren Funktionsverlust (41%), periphere Durchblutungsstörung (17%), andere (14%) bzw. nicht dokumentiert (28%). Komplikationen einschließlich vorübergehend eingeschränkte periphere Durchblutung, lokale Entzündung, Extravasation oder Blutung traten in 13% aller pAK auf. Sie führten in keinem Fall zu bleibenden Funktionsverlusten oder Beeinträchtigungen. Im Median (IQR) wurden 9 (5-18) arterielle Blutproben pro pAK entnommen.

Schlussfolgerung/Diskussion

Diese an einem österreichischen Tertiärzentrum erhobenen Daten zeigen die häufige Anwendung von pAK bei extremen Frühgeborenen und lassen auf eine gute Durchführbarkeit und sichere Anwendung schließen. Während der medianen Katheterverweildauer von 57,5 Std. ermöglichte der pAK nicht nur ein kontinuierliches invasives Blutdruckmonitoring, sondern reduzierte auch deutlich die Anzahl an schmerzhaften Interventionen durch die Vermeidung von Punktionen an Ferse oder Venen. Beachtenswert ist auch, dass keine schwerwiegenden bzw. persistierenden Komplikationen in Zusammenhang mit der pAK-Anlage auftraten.

review
Erstautor*in ist unter 35 Jahre alt
Autor*in 1Michaela Schneider Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich
Autor*in 2Marlies Bruckner Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich
Autor*in 3Friedrich Reiterer Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich
Autor*in 4Lukas P Mileder Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich
Autor*in 5Nariae Baik- Schneditz Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich
Autor*in 6Gerhard Pichler Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich
Autor*in 7Berndt Urlesberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich
Autor*in 8Bernhard Schwaberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich