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TitelS1RBD-IgA-Konzentrationen in der Muttermilch während zwei aufeinanderfolgender Stillperioden nach einer SARS-CoV-2 Infektion in der ersten Schwangerschaft
Einleitung

Durch die Muttermilch übertragene Antikörper stellen einen wichtigen Schutzmechanismus für Neugeborene dar. Dieser Schutz konnte auch gegen SARS-CoV-2 durch den Nachweis von Antikörpern gegen die Receptor Binding Domain des Spike Proteins (S1RBD) in der Muttermilch von während der Schwangerschaft infizierten Frauen gezeigt werden. Über den langfristigen Verlauf des Antikörpergehalts in der Muttermilch nach mehr als 3 Monaten ist bisher wenig bekannt.

Patient/en und Methoden

Wir berichten über den Verlauf der Anti-S1RBD-IgA-Konzentrationen in der Muttermilch während zwei Laktationsperioden bei einer Frau, die während der ersten Schwangerschaft mit SARS-CoV-2 infiziert war. Insgesamt wurden 28 Muttermilchproben über einen Zeitraum von 16 Monaten von der Mutter selbst gesammelt, beginnend etwa zwei Monate nach Geburt des ersten Kindes bis zur der Geburt des zweiten Kindes. Die Proben wurden bei 4100 rpm für 15 Minuten bei 4°C zentrifugiert, um fettfreie und azelluläre Muttermilch zu erhalten. Anti-S1RBD-IgA Konzentrationen wurden mittels indirektem ELISA-Essay detektiert (COVID-19 Human IgA ELISA Kit, IEQ-CoVS1RBD-IgA, Raybiotech, GA, USA, interne Nachweisgrenze: 20,8 U/ml).

Ergebnisse

Innerhalb der ersten Wochen nach Geburt des ersten Kindes konnten IgA-Konzentrationen bis max. 33,9 U/ml nachgewiesen werden, welche bis zum dritten Monat allmählich unter die Nachweisgrenze sanken. Mit Eintritt der neuerlichen Schwangerschaft, etwa 9 Monate nach der Geburt des ersten Kindes, kam es zum sprunghaften Anstieg der Anti-S1RBD-IgA-Konzentration über die Nachweisgrenze. Die Konzentration stieg bis zum ersten Abstillen, knapp eineinhalb Monate nach Konzeption, bis 133,4 U/ml an. Die Anti-S1RBD-IgA-Konzentration im Kolostrum bei Geburt des zweiten Kindes war mit 202,7 U/ml der höchste Messwert des gesamten Beobachtungszeitraums. Regelmäßige negative PCR-Testungen gegen SARS-CoV-2 bei der Mutter schlossen eine erneute Infektion aus; die mütterlichen Antikörper gegen SARS-CoV-2 Spike Protein zeigten sich im gleichen Zeitraum rückläufig.

Schlussfolgerung/Diskussion

Der Nachweis von Anti-S1RBD-IgA-Antikörpern in der Muttermilch unterstreicht die Wichtigkeit des Stillens auch in Zeiten einer Pandemie. Unsere Beobachtung deutet auf einen Boost der IgA-Antikörper-Ausscheidung in der Muttermilch durch die Konzeption einer erneuten Schwangerschaft während der ersten Stillperiode hin. Langfristig angelegte Studien sind notwendig, um den Antikörperverlauf und dessen Einflussfaktoren besser zu verstehen.

Autor*in 1Christoph Hochmayr Department für Pädiatrie II (Neonatologie), Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Tirol, Österreich
Autor*in 2Martha Toferer Department für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kardinal Schwarzenberg Klinikum, Schwarzach im Pongau, Salzburg, Österreich
Autor*in 3Marlene Hammerl Department für Pädiatrie II (Neonatologie), Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Tirol, Österreich
Autor*in 4Ira Winkler Department für Pädiatrie II (Neonatologie), Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Tirol, Österreich
Autor*in 5Eva Huber Department für Pädiatrie II (Neonatologie), Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Tirol, Österreich
Autor*in 6Martina Urbanek Department für Pädiatrie II (Neonatologie), Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Tirol, Österreich
Autor*in 7Ursula Kiechl-Kohlendorfer Department für Pädiatrie II (Neonatologie), Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Tirol, Österreich
Autor*in 8Elke Griesmaier Department für Pädiatrie II (Neonatologie), Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Tirol, Österreich
Autor*in 9Anna Posod Department für Pädiatrie II (Neonatologie), Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Tirol, Österreich