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TitelPalliative Care – Herausforderungen in der Psychologie
Einleitung

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin definiert Palliativpsychologie als ein Teilgebiet der Psychologie, das sich auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse mit sämtlichen psychologischen Aspekten in einer palliativen Situation beschäftigt. Ein wesentlicher Bereich ist die psychologische Unterstützung und Beratung der PatientInnen sowie deren Angehörigen. Im Zentrum steht das Lindern belastender Symptome und die Stärkung und Förderung von Lebensqualität und Ressourcen. Die Begleitung von Kindern und Jugendlichen und deren Familien im palliativen Setting stellt die PsychologInnen vor besondere Herausforderungen:

Ergebnisse

Trauerprozesse beginnen bereits mit dem Diagnoseprozess und die Familien müssen sich nicht nur mit dem drohenden Verlust des Kindes auseinandersetzen, sondern auch mit dem Verlust bestimmter Vorstellungen, Wünschen und Zielen, die mit der Schwangerschaft entstehen.
Die psychologische Arbeit erfordert einen sehr intensiven Vertrauens- und Beziehungsaufbau.
Die Begleitung findet in unterschiedlichen Phasen der Erkrankung statt (rund um die Diagnose, Lebensbegleitung, in Krisen, rund um den Tod).
Kulturelle und religiöse Unterschiede im Umgang mit Krankheit, Tod, Sterben und Trauern, aber auch sehr individuelle Haltungen, Werte und Vorerfahrungen der Familien und das Alter und der Entwicklungsstand der betroffenen Kinder und Jugendlichen stellen die PsychologInnen immer wieder vor Herausforderungen.
Themen wie Schuldgefühle und Scham spielen eine sehr große Rolle, wenn Eltern beispielsweise die Entscheidung für oder gegen eine Therapie treffen müssen.
Die Behandlung der psychischen Symptomatik kann ständig durch akute Krisen, einem Progress oder den täglichen Anforderungen in der Betreuung und Pflege unterbrochen werden.
Die Kommunikation mit den Familien und das Finden der passenden Worte sind ein wichtiger Teil der psychologischen Arbeit und erfordern viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Genauso wichtig ist es aber auch „gemeinsam auszuhalten, Raum zu geben und einfach da zu sein“. Negative Kommunikationserfahrungen mit dem HelferInnensystem (einzelne Worte/Sätze, die mit den Familien gesprochen wurden), haben oft große Auswirkungen auf die psychische Befindlichkeit und sind schwer auflösbar.

Schlussfolgerung/Diskussion

All diese Punkte erfordern neben der Expertise eine hohe Reflexionsfähigkeit, Flexibilität und Belastbarkeit der PalliativpsychologInnen und die eigene Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben und Tod.

Autor*in 1Antonia Mittelbach-Kovac MOMO - Kinderhospiz und Kinderpalliativteam
Autor*in 2Ursula Weinhäupl MOMO - Kinderhospiz und Kinderpalliativteam
Autor*in 3Martina Kronberger-Vollnhofer MOMO - Kinderhospiz und Kinderpalliativteam